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Aktuelle News aus dem Vereinsleben der Flugsportgruppe Landsberg – Erfahren Sie hier wichtige und interessante Neuigkeiten aus dem Vereinsalltag und Ankündigungen von Terminen, Fluglagern oder größeren Events

Eine erfolgreiche Saison geht zu Ende

…mit diesen Worten begrüßten die beiden Organisatoren und Jugendleiterinnen der Flugsportgruppe Landsberg Beatrice und Patricia Baumeister die geladenen Gäste auf dem Fliegerhorst in Penzing zur Jahresabschlussfeier. Ein erfolgreiches Jahr für die Flugsportgruppe neigt sich dem Ende zu, das am vergangenen Wochenende mit einer Jahresabschlussfeier im Vereinsrahmen beendet wurde – oder vielmehr im Rahmen von unserem und den umliegenden, befreundeten Vereinen.

Begrüßung durch die Jugendleiterinnen Beatrice und Patricia Baumeister
Begrüßung durch die Jugendleiterinnen Beatrice und Patricia Baumeister

Mehr als 80 Freunde und Fliegerkollegen aus dem gesamten schwäbischen und bayerischen Raum folgten der Einladung in das verschneite Landsberg am Lech. An einen Flugbetrieb mit einem FLY-IN von Gastmaschinen nach Penzing war an diesem Tag aufgrund der tiefen Wolkenbasis nicht zu denken. Der neue Vereinsmittelpunkt – die Höhenwinde – konnte somit nicht, wie beabsichtigt, im Betrieb gezeigt werden. Dennoch gelang es den beiden Veranstalterinnen mit ein wenig Improvisationstalent eine gelungene Ersatzveranstaltung auf die Beine zu stellen. Kurzfristig wurden Punsch, Beamer und ein Hangar organisiert, um Videos von Windenschlepps mit weit über 1000 Meter Ausklinkhöhe mit verfolgen zu können. Natürlich durfte die Höhenwinde, trotz des Wetters, nicht fehlen und zog prompt die Blicke der Gäste auf sich.

Besichtigung einer Transall nach Anfahrt mit dem Bockerl „Lilly“ des LTG 61
Besichtigung einer Transall nach Anfahrt mit dem Bockerl „Lilly“ des LTG 61

Für die Gäste gab es ein weiteres Highlight an diesem Tage zu bestaunen – die Transall. Das in Landsberg/Penzing beheimatete Lufttransportgeschwader 61 (LTG 61) bot eine Besichtigung dieses altbewährten Transportflugzeuges der Bundeswehr an, angereichert mit allerlei Anekdoten aus mehreren Jahrzehnten Fliegerei, von Amerika bis Afrika. Für die Fahrt auf das Vorfeld wurde eigens das Bockerl „Lilly“ des LTG 61 aus dem Hangar gefahren, um einen bequemen und schnellen Transfer vom Hangar auf das Vorfeld zu ermöglichen. Für viele war es die erste nahe Begegnung mit diesem Flugzeugtyp, da viele nur in der Sportfliegerei mit kleineren Flugzeugmustern zu Hause sind.
Als technische Besonderheit, verbunden mit der Wiedersehensfreude unseres Fliegerkollegen Ludwig, machten drei Studenten (die Pilgreens) mit ihrem Solarmobil, einem dreirädrigem Tuktuk, auf der 20.000 km langen Fahrt von Bangkok nach Paris in Penzing einen Zwischenstopp und verweilten zum Staunen der Gäste für einige Stunden am Flugplatz. So unglaublich wie diese Idee klingt, waren auch die Erfahrungen, von denen die drei auf ihrer langen Reise berichten konnten.

Die "Pilgreens" machten auf der Reise von Bangkok nach Paris in einem elektrischen Tuktuk Zwischenstopp in Penzing
Die „Pilgreens“ machten auf der Reise von Bangkok nach Paris in einem elektrischen Tuktuk Zwischenstopp in Penzing

Nach einem wärmenden Punsch im Hangar ging es zum gemütlichen Beisammensein in das Offiziersheim mit abendlichem Buffet. Nach Begrüßung aller Gäste durch den ersten Vorsitzenden der FSGLL Thomas Schneider wurde der Abend mit mehreren Bilder- und Videovorträgen der beiden Organisatorinnen abgerundet.

Bilder: Matthias Höglauer

 

Jetzt geht’s hoch hinaus für die Flugsportgruppe

Knapp ein Jahr nach dem Beschluss der Anschaffung wurde die neue Höhenwinde der Flugsportgruppe Landsberg in Betrieb genommen. Mit dieser speziellen Seilwinde können Segelflugzeuge lautlos auf etwa 1000 Meter geschleppt werden. Dadurch wird ein neues Leistungszentrum für Segelflug am Fliegerhorst Penzing geschaffen.

Die neue Höhenwinde ist auf einen LKW montiert und sieht im Stand recht unspektakulär aus. Unter der Verkleidung verbergen sich aber über 400PS
Die neue Höhenwinde ist auf einen LKW montiert und sieht im Stand recht unspektakulär aus. Unter der Verkleidung verbergen sich aber über 400PS

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Sunset Fliegen am längsten Tag des Jahres

Auch wenn es der Wettergott nicht gut mit den Fliegern in Süddeutschland meinte und den ganzen Tag für tiefe Wolken und Regen sorgte, ließen wir es uns nicht nehmen, zu später Stunde nach 21 Uhr einen Mini-Flugbetrieb aufzubauen, um am längsten Samstag im Jahr doch noch einen Blick auf die untergehende Sonne zu erhaschen.

Nachdem wir beim Grillen bereits am späten Nachmittag stets das Wetter im Auge behielten, schien es tatsächlich noch zu klappen, so dass wir die Flieger doch aus der Halle ziehen konnten. Späte Starts wie nie und ein atemberaubendes Zusammenspiel von untergehender, oranger Sonne und dunklen Unwetterwolken waren der Dank für das lange Warten.

Ein paar Eindrücke konnten noch festgehalten werden, die wir euch natürlich nicht vorenthalten möchten – auch wenn es teilweise ein bisschen wie eine Audi-Werbung aussieht.

 

Ein Stück Fluggeschichte hautnah – Ein Tag auf den Spuren der Transall

Die Transall begleitete Patricia Baumeister bereits seit ihrer frühen Kindheit. „Sie gehört im Luftraum rund um meine Heimatorte zum Himmelsbild und hat irgendwie auch den Wunsch in mir ausgelöst, selbst zu fliegen.“
Mit 14 Jahren begann Patricia schließlich auf dem Fliegerhorst Penzing ihre Segelflugausbildung. Bis heute hat sie neben Segelflugzeugen auch viele Stunden auf Ultraleichtflugzeugen geflogen. Das Lufttransportgeschwader 61 war dabei stets präsent. Bundeswehr und Sportflieger müssen sich in Penzing arrangieren und so war es immer wieder störend, wenn die Segelflieger aus Sicherheitsgründen den Flugbetrieb einstellen und die Landung oder den Start einer Transall abwarten mussten. Gleichzeitig war und ist es aber auch ein tolles Ereignis, wenn die großen Transportmaschinen mächtig an den kleinen Segelflugzeugen vorbei rollen und die Besatzung lässig den Sportfliegern zuwinkt, so beschreibt es Patricia.

Kein Wunder also, dass bei der jungen Pilotin schon früh der Wunsch entstand, in so einem besonderen Fluggerät mitzufliegen. Als bekannt wurde, dass die Transall durch den Airbus A400 M abgelöst werden sollte, fasste Sie den Entschluss, dieses Flugzeug noch vor der Ausmusterung im Fluge zu erleben. Doch so einfach ist das gar nicht, wie sich schnell herausstellte. „Der Mitflug in militärischen Luftfahrzeugen ist auf militärisches Personal und Politiker beschränkt.“, so die Reaktion auf Patricias erste Anfragen in Penzing. In die Politik gehen? Oder doch zur Bundeswehr? Beides hätte zu lange gedauert und schließlich hatte Patricia gerade ihr VWL- Studium begonnen.

Transall-Flug Gruppenfoto

Schnell waren weitere Fliegerkameraden von der Idee, Transall zu fliegen, angesteckt und nach einigen Forschungen im Bekanntenkreis wurde das Vorhaben schließlich auch von Angehörigen des Geschwaders LTG 61 erhört. „Max“, wie ihn seine Transallkollegen nennen, war Patricias wichtigste Kontaktperson. Fast zwei Jahre lang unterstütze er sie bei vielen Formalitäten, die es innerhalb der Bundeswehr zu erledigen galt. Alles, um im Sinne der Fliegerkameradschaft einen Mitflug für Jugendliche Flieger zu ermöglichen.

Auf einen Ordner voller Schriftstücke, die weit über den Fliegerhorst hinaus versendet wurden und einen eigenen Datenspeicher für die vielen E-Mails folgte schließlich die Zusage. Wie es Patricia letztendlich geschafft hat? „Mit sehr viel Hartnäckigkeit.“, antwortet Beatrice Baumeister, Patricias stolze Schwester, ebenfalls Segelfliegerin in Landsberg.

Am 22. September 2014 trafen sich also 20 Jugendliche Funktionsträger des Luftsportverbandes in Bayern sowie Vereinsmitglieder der Flugsportgruppe Landsberg am Fliegerhort Penzing. Von Beginn an wurde die ganze Gruppe sehr gut von der Bundeswehr betreut. Nach einer kurzen Busfahrt hieß es im Warteraum erst einmal Geduld zu wahren. Die Transall, welche für den Praktikantenflug reserviert war, musste erst von einem Übungsflug zurückkehren. Dann ging alles ganz schnell. Auf dem Weg zum Flugzeug gab es eine kurze Sicherheitseinweisung und die Personalausweise wurden kontrolliert, bei der Bundeswehr hat schließlich alles seine Ordnung. Einsteigen, Anschnallen und dann die Frage: „Rollen wir eigentlich schon?“. Die wenigen, kleinen Fenster in der Transall, konnten in der Sitzposition nicht genutzt werden und so war bei Start und Landung die Wahrnehmung etwas verändert. Sobald der Steigflug beendet war, wurde es jedoch auch möglich, im Flugzeug herumzulaufen. Alle Beteiligten konnten sogar einen Blick ins Cockpit werfen. Das enthält dann doch ein paar mehr Instrumente und Knöpfe als ein einfaches Segelflugzeug. Nach einer halben Stunde Flug setzte der derzeitigen Kommodore des LTG 61, Oberst Bestgen, der die Maschine persönlich flog, wieder zur Landung an und brachte die begeisterten Flugsportler sicher zurück auf den Boden.

Im Anschluss an den Flug wurde die Gruppe von OSFw Baumann, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, zum Mittagessen in das Offiziersheim begleitet, bevor das Programm um eine Staffelführung inklusive Vortrag über die fliegerische Geschichte des Bundeswehrstandorts ergänzt wurde. So konnten neben dem Flugerlebnis auch Einblicke in die Flugvorbereitung und die am Boden notwendige Organisation gewonnen werden.

Der Tag am Fliegerhorst Penzing und ganze besonders der Flug in der Transall wird für alle Jugendlichen ein ganz besonderes Erlebnis in ihrer Fliegererinnerung bleiben. Besonders für Patricia ist ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle der Bundeswehr für diese einmalige Möglichkeit.

Julia Baumann