Auf zu neuen Höhen – hoch hinaus über Landsberg

Die Flugsportgruppe Landsberg beschloss am Freitag die Anschaffung einer neuen Startwinde. Mit dieser speziellen Höhenwinde können Segelflugzeuge lautlos auf über 1000 Meter geschleppt werden. Dadurch wird ein neues Leistungszentrum für Segelflug am Fliegerhorst Penzing geschaffen.

Segelflugzeuge fliegen zwar lautlos, müssen dazu jedoch erst in die Luft gebracht werden. Besonders für Segelkunstflug sind dafür meist Höhen über 800 Meter notwendig. Normalerweise geschieht der Start dazu mit Motorschleppflugzeugen. Diese teilweise sehr langen Flugzeugschlepps erzeugen aber nicht nur Fluglärm, sondern belasten auch den Geldbeutel der Segelflieger enorm.

Mit einer Seilwinde gibt es diese Probleme nicht. Allerdings haben normale Segelfluggelände nicht ausreichend Platz zur Verfügung, um Seile mit der erforderlichen Länge für solche Höhen auszulegen. Bereits 2009 wurde deshalb am Fliegerhorst ein Wochenende lang eine Höhenwinde genutzt, um für Segelkunstflug zu trainieren.

Zum Windenstart nutzen die Segelflieger das Gras neben der Bahn
Zum Windenstart nutzen die Segelflieger das Gras neben der Bahn

Aus dem einmaligen Event entstand das Konzept um den 1. Vorsitzenden Thomas Schneider, eine solche Möglichkeit dauerhaft zu etablieren. „Wir müssen unseren Standortfaktor der langen Bahn unbedingt nutzen“, so Schneider auf der Mitgliederversammlung am Freitag. Denn auch Streckensegelflieger profitieren durch die deutlich höheren Schlepphöhen, die einen leichteren Einstieg in den Alpensegelflug selbst von Landsberg aus ermöglichen.

Dazu wird die alte Winde der Flugsportgruppe aus dem Jahr 1967 vom Hersteller Tost vollständig umgebaut und erhält neben einem 428 PS starken Motor zwei 3000 Meter lange Kunststoffseile. Am Fliegerhorst können maximal 2700 Meter Seil ausgelegt werden, womit Schlepphöhen von über 1000 Meter erreicht werden.

Geplant ist, die Höhenwinde im Frühjahr 2015 erstmalig betreiben zu können. Auch die Luftsport-Landesverbände aus Bayern und Baden-Württemberg sind an dem Projekt interessiert, denn durch die günstige Lage direkt an der A96 ist Landsberg aus dem gesamten Bereich der Verbände in drei Stunden mit dem Auto zu erreichen. Derzeit sind in Süddeutschland keine vergleichbaren Möglichkeiten vorhanden, günstig und schnell solche Schlepphöhen zu erreichen.

Der Doppelsitzer des Vereins (Twin 3 Acro) trägt das Stadtwappen am Leitwerk
Der Doppelsitzer des Vereins (Twin 3 Acro) trägt das Stadtwappen am Leitwerk

Pressemitteilung als PDF downloaden

Auf zu neuen Höhen – hoch hinaus über Landsberg
5 (100%)
2 Bewertungen